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Gruß vom Affenfelsen #rp15

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Ich habe noch keinen Überblick, welcher Fernsehsender wie und in welchem Umfang über diese re:publica berichtet hat. Aber sie waren alle da. Alle. Mit ganz großen Kameras, mit kleinen, mit iPhones (wie ich). Und alle tummelten sich dann und wann rund um den so genannten Affenfelsen. Das ist dieses Konstrukt aus mit Teppich überzogenen Podesten, Treppen, Stufen in mehreren Ebenen im Zentrum der re:publica. Kommunikationszentrum, Großraumbüro, Kantine. Sogar einen „Coworking Toddler“ für die Kinderbetreuung mit Bällchenbad gibt es diesmal.

Es ist das Bild, das in keinem re:publica-TV-Bericht fehlen darf. Denn hier sitzen die Blogger auf der Bloggerkonferenz und bloggen. Natürlich twittern sie auch und schreiben Emails und halten Kontakt zum Arbeitgeber und Familien. Aber die Botschaft ist: Sie bloggen. Und tatsächlich haben diese Blogger zu Dutzenden, wenn nicht zu Hunderten, ihre (vornehmlich) Macbooks auf dem Schoß und tippen irgendwas in sie hinein. Das sieht dann immer so aus, als seien diese Menschen unglaublich unkommunikativ – aber dabei sind sie ja gerade das Gegenteil. Sie kommunizieren permanent. Und sogar persönlich miteinander, wobei man das in den TV-Berichten in aller Regel nicht so sieht. Wäre ja auch uncool einen nicht-bloggenden Blogger zu zeigen. Dann könnte man ja genauso gut irgendjemanden zeigen.

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Tatsächlich ist der „Affenfelsen“ ein integraler, nicht mehr weg zu denkender Bestandteil der re:publica geworden. Es ist ein hierarchiefreier Kommunikationsraum. Wer sich hier hinpflanzt, muss davon ausgehen angesprochen zu werden. Es ist der Platz, an dem Online-Bekanntschaften, die sich möglicherweise irgendwann einmal über Twitter oder wahlweise jedem anderen sozialen Netzwerk ergeben haben, „personalisiert“ werden. Man erkennt ein Gesicht, das bisher nur ein Avatar war, beginnt zu quatschen und hört vielleicht erst nach einer Stunde wieder auf. Der Affenfelsen – das entvirtualisierte Social Network.

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